2.1 Morphologische Besonderheiten

  • Doppelkonsonanz

Doppelkonsonanz wird wiedergeben. Wenn sie nicht durch Dagesch markiert ist, wird sie aufgrund von paradigmatischen Oppositionen hergestellt (in eckigen Klammern). Das gilt auch für /ʾ, h, ʿ, ḥ, r/ und für Konsonanten am Wortende, für die Septuaginta-Transkriptionen noch Doppelschreibung bieten, ebenfalls teilweise die babylonische Masora. Sie wird auch restituiert, wenn ihr Ausfall durch Schewa bedingt ist (tib. <hambaqšiym> zu /ha=m˙baq[qï]šīm/). Doppelformen zwischen II ū und II/III, die tib. Natur sind, werden wiedergegeben (/maʿu(w)z[z]/ oder /maʿōz/ für tib. <måʿuwzz-> und <måʿowz>).

Bei den PK der Verben II/III wird Doppelkonsonanz regelmäßig wiedergegeben oder restituiert. Folgende tib. Formklassen sind unterschieden: hebräische (/yasub[b], yasubbū/), aramäische (/yiqqud[d], yiqqud[d]ū/), aramaisierende (/yissub[b], yissubbū/).

Durch Assimilation bewirkte Doppelkonsonanz wird aufgelöst (in eckigen Klammern) bei /d, h/ (/ʾaḥ⁺a[d]t, -an=[h]u(w)/) und bei /n/ vor /ʾ, h, ʿ, ḥ, r/ (/mi[n]=ʾadam/, wenn die Präposition mit Sere, /mi[ḥ]=ḥūṣ/, wenn mit Chireq geschrieben), erhalten bei voller Assimilation (/mik=kul[l]/), restituiert bei Ausfall durch Dagesch (/mi[q]=qȧṣē(h)/). Hergestellte Doppelkonsonanz macht Stammformen eindeutig (/ni[ḥ]ḥam/ N vs. /niḥ[ḥ]am/ D).

  • Vokale

Folgendes Inventar an Vokalen wird angenommen: kurz: /a, i, u/1Ob /a/ oder /i/ anzusetzen ist, läßt sich nicht immer entscheiden. Tib. <ʾät> neben <ʾet> könnte /ʾït/ und /ʾit/ wiedergegeben werden. Hier wird /ʾat/ und /ʾȧt/ wegen /ʾōt=/ vorgezogen. Tib. <-ännuw> wird mit /-an=hu(w)/ wiedergegeben, obwohl auch */-in=/ möglich ist, mim-min=[h]u(w) könnte wegen tib. <mimmännuw> auch */mim-man=[h]u(w)/ wiedergegeben werden.; lang: /ā, ē (und ǟ), ī, ō, ū/. Monophtonge werden nicht hier, sondern im Lexikon markiert. Länge und Kürze werden morphologisch, nicht orthographisch oder phonetisch-prosodisch festgelegt.

Kurze Vokale werden auch für Schewa mobile angesetzt und zusätzlich markiert: /ȧ, ï, u̇ / stehen für restituierte Vokale (aus Schewa mobile: /šamïʿā/). Diese Restitution ist paradigmatisch begründet /wa=y˙dabbïrū/) oder stellt die morphologische Form wieder her (tib. <yånaḥ> entweder /yanu̇ḥ/ G oder /yanïḥ/ H, tib. <dibrey> zu /dȧbȧrē/).

Nicht erkennbarer Vokal wird durch /˙/ markiert.

 

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Fußnoten   [ + ]

1. Ob /a/ oder /i/ anzusetzen ist, läßt sich nicht immer entscheiden. Tib. <ʾät> neben <ʾet> könnte /ʾït/ und /ʾit/ wiedergegeben werden. Hier wird /ʾat/ und /ʾȧt/ wegen /ʾōt=/ vorgezogen. Tib. <-ännuw> wird mit /-an=hu(w)/ wiedergegeben, obwohl auch */-in=/ möglich ist, mim-min=[h]u(w) könnte wegen tib. <mimmännuw> auch */mim-man=[h]u(w)/ wiedergegeben werden.