ʾLyšb

DAHPN ID e89, Version 201

Transliteration: ʾLyšb
Biblisch-hebräische Varianten: אֶלְיָשִׁיב, שׁוּבָאֵל, שְׁבֻאֵל/שְׁבוּאֵל, יֶשֶׁבְאָב (? < *yašīb-ʾab), יָשִׁיב, יָשׁוּב, יָשָׁבְעָם, [evtl. שֹׁבַי]
Varianten (VF/KF/RF, TE, SK/PK etc.): ʾLyšb (HAE II/1 59 Arad(8):64,2; Arad(7):38,5; 47,1; Arad(6):1,1; 2,1; 3,1; 4,1; 5,1; 6,1; 7,1; 8,1; [9,0f.]; 10,1; 11,1; 12,1; 14,1; 15,1; 16,2; 17,2; 18,1; 24,2; Lak(6):15,8; HAE II/2 1.84-90; 21.56; BPHB 88), Šbʾl (HAE II/1 85 Gib(7):1.21; HAE II/2 5.10; 17.14; BPHB 351f.), Yšb (HAE II/2 16.8), Šby (HAE II/1 85 MHas(7):1,7f.; HAE II/2 1.56; 3.15; 21.2f.) — Yšwb (OAÄ 55), Yšbyh (OAÄ 55), Šby (OAÄ 72)
Keilschriftlich: -
Transkription: ʾil-ya_šī*b
Syntax: VSVI4 | Vollform | Zweitposition des Prädikats
Formation: GN 1i2 + G-PKL ya1I3
Basis ʾl + šūb
Wurzel: ʾL + ṮWB | II-W/Y-Verb
Semantik: [retten/befreien]
Übersetzung: Il kehrte zurück
Geschlecht des Namenträgers: m
Distribution: 24+9 Belege, 5+7 Namenträger:
Inschriftlich: 1. ʾLy˹š˺[b], Listenname (3. Viertel 8. Jh., HAE I 113 Arad(8):64,2) — 2. Vatersname auf Liste (7. Jh., HAE I 299 Arad(7):38,5) — 3. [ʾL]yš˹b˺, Listenname (Ende 7. Jh., HAE I 301 Arad(7):47,1; /b/ nicht sicher, evtl. auch /p/, /m/ oder /n/) — 4. Briefempfänger, Sohn des ʾŠyhw, höherer Funktionär, evtl. Kommandant von Arad (Anfang 6. Jh., HAE I 353-393 Arad(6):1,1; 2,1; 3,1; 4,1; 5,1; 6,1; 7,1; 8,1; 9,0; 10,1; 11,1; 12,1; 14,1; 15,1; 16,2; 17,2; 18,1; 24,2; der Name ist gut lesbar mit Ausnahme von 24,2 (ʾLyš˹b˺) 10,1; 12,1; 15,1 ([ʾLy]šb) und 9.0 ([ʾLyš]b); in 17 ist ausnahmsweise nicht ʾLyšb der Empfänger, sondern Nḥm, der in das Haus des ʾLyšb gesandt wird.) — 5. ʾLyš[b], Name auf Lieferliste (Anfang 6. Jh., HAE I 438 Lak(6):15,8; /b/ nicht sicher, evtl. auch /ʿ/ oder zwei Buchstaben zu ergänzen)
Siegel, Bullen: 1. lʾLyšb / bn ʾŠyhw (Anfang 6. Jh., HAE II/2 1.84f.; zwei verschiedene Siegel desselben Besitzers), lʾL˂y˃šb / ˂b˃n ʾŠyh (Anfang 6. Jh., HAE II/2 1.86.; Röllig: "Durch die Fundumstände und die Filiation ist klar, dass es sich um ein Siegel des gleichen Elyašib wie in 1.84 und 1.85 handeln muss. Umso auffälliger sind die beiden Auslassungen von Buchstaben und die Verkürzung des Patronymikons ...") — 2. l˹ʾ˺Lyš/b ˹Ḥ˺gy (Ende 7. Jh., HAE II/2 1.87) — 3. lʾLyšb / Knyhw (Ende 8. Jh., HAE II/2 1.88) — 4. lʾLyšb / bn Šʿl (Ende 8. Jh., HAE II/2 1.89) — 5. lʾLyš/b Ndb• (7. Jh., HAE II/2 1.90) — 6. l[Š]lmyh[w] / [b]n ʾLyšb (7. Jh., HAE II/2 21.56) — 7. lʾLyšb / bn ʾŠyhw (8./7. Jh., BPHB 88)
Kommentar: Renz (HAH II/1 59) und Albertz (FHR 600: "El has caused [the deceased child] to return") verstehen die Bildung traditionell als Ersatznamen, vgl. in diesem Sinn auch Nöldeke (BSS 100) und Stamm (BHAN 71). Zu dieser Semantik §§0411ff. Noth hatte für bh. אֶלְיָשִׁיב (IP Nr. 165) als wahrscheinlichste Deutung "Gott möge zurückbringen, nämlich das zerstreute Israel" favorisiert, also einen Namen mit nationalreligiösem Inhalt, allerdings in der Annahme, es gäbe für diesen ausschließlich nachexilische Belege. Eh. ʾLyšb ist zwar kein zwingender Gegenbeweis, weil es auch als ʾïlī-šāb zu verstehen sein könnte (vgl. CWSSS 482; in diesem Zusammenhang ist die Personennamenidentität von HAE II/2 1.84f. mit HAE II/2 1.86 bedeutsam!). Vor dem Hintergrund der äga. KF Yšyb (OAÄ 55) und ʾLyšyb (AI 156, "aramaic ostraca" Nr. 7, wobei die beiden letzten Buchstaben kaum lesbar sind) liegt es aber näher ʾLyšb als PK-Namen zu deuten. Noths Deutung ist auch als "Wunschname" (§0196-§0201; auch gegen HAL "Gott erquicke bzw. vergelte") und als natonalreligiöser Name (§§0036ff.) unwahrscheinlich. Zadok (PIAP 38) verzichtet auf Hinweise zum onomastischen Konzept, HAL gibt alternativ zur Noth'schen Deutung noch "Gott erquicke (vergelte)" an. Ob die Form transitiv (als Ersatzname oder im Sinne des Aufrichtens im Elend der Kinderlosigkeit) zu deuten ist, hängt v.a. davon ab, ob man H-Stamm annimmt oder nur euphonische Varianz yaQīL vs. yaQūL, was hier bevorzugt wird. Zum Problem des Fugen-i (wichtig für die Frage ʾil-yašī*b vs. ʾilī-šāb) §§0119ff.; zum H-Stamm vgl. §0211-§0220, besonders §0216 zu II-Y/W-Wurzeln, bei denen sich die Frage stellt, ob tatsächlich H-Stamm vorliegt oder nur euphonische Varianz und damit nicht kausativer Inhalt. Singulär belegtes Mšyb (BPHB 249) muss nicht notwendig Partizip H-Stamm belegen (vgl. nur die Nominalform maQTaL) und damit die traditionelle Deutung stützen. (HR)

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