ʾBgyl

DAHPN ID e4, Version 201

Transliteration: ʾBgyl
Biblisch-hebräische Varianten: *אֲבִגַיִל, אֲבִיגָיִל (vgl. noch Ketib 1Sam 25,18 אבוגיל und mit SK (?) אֲבִיגַל)
Varianten (VF/KF/RF, TE, SK/PK etc.): -
Keilschriftlich: -
Transkription: ʾab-gayl
Syntax: NSI2 | Vollform | Zweitposition des Prädikats
Formation: GN 1a2 + Sub 1a23
Basis ʾb + gyl
Wurzel: ʾB + GYL | II-W/Y-Verb
Semantik: [Güte/Schönheit]
Übersetzung: Ab ist Freude
Geschlecht des Namenträgers: f
Distribution: 0+2 Belege, 0+2 Namenträger:
Siegel, Bullen: 1. lʾBygyl / ʾšt / ʿŚyhw (7. Jh., HAE II/2 1.4: "Hier liegt eines der wenigen Siegel einer Frau vor, die statt eines Patronymikons den Namen ihres Ehemannes anführt") — 2. lʾBygyl b/t ʾLḥnn (undatiert, HAE II/2 1.5)
Kommentar: Hier als Nominalsatz-Name verstanden (so auch Albertz (FHR 564), anders Röllig: "Jauchzend ist mein Vater", wogegen die Seltenheit von Partzipialnamen im Allgemeinen und speziell die Annahme einer nicht belegten Partizipialform gayl (! so zumindest nach seiner Transkription das Namens)). Zur Semantik §0279. Vgl. auch die Diskussion zu bh. *אֲבִגַיִל: "Einer der wenigen Fälle, in dem das vieldiskutierte Fugen-i (Bindevokal vs. Pronominalsuffix, dazu §0118-§0121) defektiv geschrieben ist (weitere Beispiele bei Golinets 2016,93f). Zum Problem der Variation Fugen-i vs. Fugen-u (vgl. Ketib 1Sam 25,18) sowie der Variation Fugen-i vs. vokallose Fuge (dieser Fall würde hier nur vorliegen, wenn in 1Sam 25,3 aus dem Fehlen des Konsonanten Yod auf ursprüngliche Vokallosigkeit in der Fuge geschossen werden dürfte!) §0119. Über den Zusammenhang zwischen Formen mit -gayl und solchen mit -gal vgl. BSS 43 Anm. 2 mit der (ohne Begründung) geäußerten Meinung, אבגל sei die älteste der verschiedenen Schreibungen und Bauer 1930,75f., der -gayl als "dialektische Variante" zu -gal als Partizip verstehen will (so auch BHAN 316). Dagegen spricht freilich die Seltenheit von Partitzipien im hebr. Onomastikon. PIAP 48 nimmt hingegen Monophthongierung an (auch hier wäre dann allerdings eine andere Vokalisierung zu erwarten, nämlich Sere). Noth (IP Nr. 6) will im Gefolge von Prätorius ((1903) ZDMG 57,531) -al/-ayl als "Karitativendungen" verstehen. Dazu §0144. Eine völlig andere Deutung des Namens vertritt Kopf (1958,250), der auf arabisch ǧalla "gewaltig, groß, erhaben sein" hinweist. Es ist jedoch methodisch problematisch, auf eine nur arabisch, in den frühen Onomastika aber nicht belegte Wurzel auszuweichen, zumal noch der Wechsel in der Wurzelklasse (II=III statt II voc.) vorausgesetzt werden muss. (HR)

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